21.07.2011 09:43

Sexualpädagogik am Gymnasium Georgianum

Liebe, Sex und Streuselkuchen… so lautet das sexualpädagogische Projekt der paritätischen Beratungsstelle für Schwangerschaftskonflikte und Familienplanung, PariSozial Ahaus.

Die Mitarbeiter Swenja Berning (Sozialpädagogin) und Martin Hagemann (Sozial- und Sexualpädagoge) waren in dieser Woche wieder an unserer Schule im Einsatz, diesmal in den Klassen des Jahrgangs 9. Seit diesem Schuljahr gibt es die Kooperation zwischen der Schule und der Beratungsstelle. Im Februar und März nahmen bereits die Schülerinnen und Schüler des 6. Jahrgangs an dem Projekt teil, dann zugeschnitten auf diese Altersgruppe.

Jede Klasse des 6. und 9. Jahrgangs durchläuft einen Projekttag, bei dem es rund um das Thema Sexualität geht. „Am Anfang sind viele Schüler noch sehr zurückhaltend, da sie keine Idee haben, was auf sie zukommen wird“, erklärt Martin Hagemann.

 „Dies legt sich aber bereits in der ersten halben Stunde, wenn wir uns vorstellen und die Wohlfühlregeln erklären. Bei den Wohlfühlregeln geht es um den geschützten Rahmen, den wir den Schülerinnen und Schülern bieten möchten. Im Vordergrund stehen die freiwillige Mitarbeit der Schüler, die Selbstbestimmung (eigene Grenzen setzen), der Schutz durch Schweigepflicht und natürlich auch, dass Lachen hier durchaus mal erlaubt ist. Die Schüler dürfen viel ausprobieren und die bereitgestellten Demomaterialien anfassen“, so Hagemann.

„Gerade durch die lockere und spielerische Atmosphäre nehmen die Schüler viel für sich mit“, fügt Frau Berning hinzu.

Neben theoretischen Inhalten und praktischen Anteilen dürfen und sollen die Schüler Fragen stellen.  Hier geht es häufig um Themen wie Verhütung, verliebt sein, Homosexualität, das erste Mal, Sexualpraktiken usw. Auch ernstere Themen wie HIV& Aids, sexuelle Gewalt, Gefahren im Chat und der Schwangerschaftsabbruch werden angesprochen.

Das Projekt versteht sich nicht als Ersatz für Sexualaufklärung im Biologieunterricht, sondern setzt viel mehr da an,  wo der Unterricht aufhört.

Die Pädagogen von „außen“ haben den Vorteil, dass sie nicht in einem Lehrer- Verhältnis  zu de Schülern stehen und somit keine Abhängigkeiten in Bezug auf Notenvergabe etc. besteht. Stattdessen dürfen die Schüler das Projekt sogar nach der Einheit bewerten. „Dies ist uns wichtig, um den Lehrern nach der Veranstaltung in einem Evaluationsgespräch die Ergebnisse dieser Befragung mitzuteilen“, so die Pädagogen. „So können wir unsere Projektarbeit überprüfen und gegebenenfalls Änderungen vornehmen“.

„Wenn man ein Resümee zieht, so waren es durchweg gelungene Veranstaltungen. Die Schülerinnen und Schüler haben super mitgearbeitet und sich gut eingebracht“, so lautete das Fazit der beiden Experten.

Auch wir als Biologie-Lehrer können das bestätigen, und wir hoffen, Herrn Hagemann und Frau Berning auch im nächsten Schuljahr wieder bei uns zu haben!

Kontakt über die Beratungsstelle, Frau Berning/ Herr Hagemann, PariSozial, Marktstr. 16, 48683 Ahaus, Tel. 02561/444449 oder E-Mail: pari-beratung@web.de