Die Tage Religiöser Orientierung der Stufe Q1

Ein ausführlicher Bericht aller Gruppen

In der Projektwoche fanden für uns, die Schüler der Q1, die Tage Religiöser Orientierung (TrO) statt. Für einen Teil der Stufe ging es von Montag, 10.09. bis Mittwoch, 12.09. ins Jugendhaus der Mariannhiller Missionare nach Maria Veen, wo der Leiter des Jugendhauses, Pater Thomas, für uns das Programm gestaltete. Für den anderen Teil fanden die TrO von Mittwoch, 12.09. bis Freitag, 14.09. im Jugendhaus des Klosters Burlo statt. Dort wurden die Tage von Teamern der KSJ durchgeführt.
So waren die TrO in Maria Veen:

In Maria Veen angekommen begrüßte uns Pater Thomas herzlich und wies uns darauf, wie lange „die Jungs die Mädchen kreischend ums Haus jagen dürfen“ und auf andere Punkte der Hausordnung hin. Nach einem lustigen Spiel erklärte uns Pater Thomas (auch liebevoll PT genannt) dann, wozu die TrO da sind und wie wichtig es ist, dass der Einzelne sich darauf einlässt.
Kurz darauf ließ uns Pater Thomas für ein paar Minuten allein, um aus von ihm vorgeschlagenen Themen zu wählen. Wir entschieden uns für die Themen „Ich und die Anderen – Wie sehen sie mich?“, „Kloster live“ oder „Zwischen Kulturen und Kontinenten“ und „Ich und meine Zukunft“. Daraus gestaltete Pater Thomas uns ein flexibles Programm für die nächsten Tage.
Erst einmal gab es aber ein leckeres Mittagessen und eine wohlverdiente Mittagspause, in der wir den Maria Veener Edeka bevölkerten. Schließlich brauchten wir für die nächsten Tage doch unbeschreiblich viel Proviant!  Und das, obwohl die vier Mahlzeiten am Tag sehr schmackhaft und reichhaltig waren… Naja, vielleicht hatten wir alle Angst, die heiteren Fragen aus dem Handbuch des nutzlosen Wissens, die Pater Thomas stellte (z.B. nach Kambodschas Nachbarländern), falsch zu beantworten und als letzte unser Essen zu bekommen. Dabei sind fünf Minuten Wartezeit doch gar nicht viel, oder?
Am Nachmittag ging es dann gemeinsam mit Pater Thomas um unsere eigene Persönlichkeit: Er hatte einen Test für uns, der uns zeigte, ob unser Charakter am ausgeprägtesten dominant, stetig, gewissenhaft oder initiativ ist. Dies lud zum Nachdenken ein, denn für einige war das Ergebnis des Tests sehr erstaunlich. Das folgende Treffen in den vier Gruppen, nach Persönlichkeitstypen sortiert, war hilfreich, um sich klar zu machen, was das Ergebnis überhaupt bedeutet. Also welche Vorteile oder Dinge, auf die wir achten müssen, in unserem Charakter verborgen liegen. Für viele waren die Ergebnisse der Tests auch nachher in der Freizeit noch ein großes Thema. Wir haben alle davon viel mit nach Hause genommen.
Abends hatte Pater Thomas einen kurzen Impuls zum Thema Selbstakzeptanz vorbereitet. Dann ging es ins Bett – oder auch nicht.
Am Dienstag entschieden wir uns beim Thema „Ich und die Anderen – Wie sehen sie mich?“ dafür, uns in selbstgewählten Gruppen zusammen zu setzen und uns über die Eigenschaften, die wir an einem Gruppenmitglied, das gerade nicht im Raum war, besonders schätzen, auszutauschen. Dabei herrschte eine sehr gute Grundstimmung, weil wir uns nur auf die guten Seiten der anderen fokussierten. Diese Eigenschaften, aber auch schöne Momente, wurden dann von jemandem aus der Gruppe in einem Brief aufgeschrieben. Also bekam nachher jeder von uns einen lieben Brief. Sowohl das Absenden als auch das Empfangen der Briefe war toll und emotional. Eine wirkliche gute Idee von Pater Thomas!
So mit Motivation gestärkt, tauchten wir nachmittags in zwei ganz fremde Welten ein: Ein Teil der Gruppe begab sich auf eine gedankliche Reise zu anderen Kontinenten, während der Großteil in die zwar nahe, aber fremde Welt des Klosters eintauchte. Pater Thomas nahm uns mit in das Innere des Klosters und antwortete uns offen und persönlich auch auf intime Fragen, wie z.B. nach der sexuellen Enthaltsamkeit.
Den Tag ließen wir gemeinsam am Lagerfeuer ausklingen und starteten damit in eine – zugegeben – viel zu lange Nacht.
Am Mittwoch wagten wir einen Blick in unsere Zukunft: Ein – sehr müder – Teil der Gruppe entschied sich für eine Traumreise, während andere sich mit Fragebögen Gedanken um ihre Zukunft machten und wieder andere einen Brief an ihr späteres Selbst schrieben. Pater Thomas erklärte sich bereit, uns diese Briefe zum gewünschten Zeitpunkt zu zuschicken. Viele freuen sich jetzt schon darauf, den Brief in Händen zu halten. Ein wirklich schönes Angebot!
In einer abschließenden Evaluationsrunde kristallisierte sich heraus, dass wir zwar müde, aber sehr zufrieden und gestärkt mit neuen Erkenntnissen nach Hause fahren würden. Manch einer wollte sicherlich noch dableiben. Aber wir mussten uns von Pater Thomas, der in den zwei Tagen immer für uns da war, und dem Jugendhaus verabschieden und es ging zurück nach Vreden…

Autorin: Almut Renken

 

So waren die TrO in Burlo, Kloster Mariengarden, Mädchengruppe:
Am Mittwoch ging es dann auch für die zweite Hälfte der Teilnehmer los: Nach einer kurzen Einführung stiegen wir, ungefähr 40 Schülerinnen und Schüler, in den Bus nach Burlo, wo wir von den fünf Teamerinnen empfangen wurden.
Direkt zu Beginn teilten wir uns in zwei gewählte Gruppen auf, wobei überraschenderweise die eine nur aus Mädchen und die andere aus Jungen bestand. In diesen Gruppen verbrachten wir den größten Teil der Tage und erkannten im Nachhinein, dass dies beispielsweise uns Mädchen einen ehrlicheren und offeneren Umgang untereinander und somit einen sehr viel aufschlussreicheren Aufenthalt zur Einordnung in unsere Stufe ermöglichte. Nach einer ersten Einheit zum Kennenlernen der Teamerinnen fingen wir an, mit einigen ausgelassenen Spielen die Stimmung anzuheben. In der Mittagspause nutzten viele Kleingruppen, die zusammen ein Zimmer bezogen hatten, die freie Zeit, um untereinander über unsere ersten Eindrücke und auch über Dinge, die uns gerade beschäftigten, zu sprechen.
Motiviert und voller Tatendrang setzten wir nun die zweite Einheit fort. Einerseits beschäftigten wir uns beispielsweise mit ganz persönlichen Gedanken und aktuellen Problemen, die wir in kleinen Gruppen ehrlich aussprechen konnten. Andererseits einigten wir uns nach dem Abendessen auf ein Thema, mit dem wir uns die nächsten Tage auseinandersetzen wollten, wobei unsere Wahl nach einigen Überlegungen recht einstimmig ausfiel: Wir alle empfanden die Selbstfindung in unserem Umfeld und Selbst- wie auch Fremdbilder als ein relevantes Gesprächsthema für unsere Zukunft.
Nach dem sogenannten Abendimpuls, einer metaphorischen Geschichte, die zum Nachdenken anregte, entließen die Teamerinnen uns in einen langen, geselligen Abend.
Am zweiten Tag begannen wir nach dem Frühstück mit einem Lied, das uns vor Augen führen sollte, dass nur unsere eigenen Wünsche und Träume uns leiten sollten, nicht die Erwartungen anderer. Nach diesem Einstieg starteten wir mit weiteren Aufgaben, die uns zeigten, was unsere Freunde, aber auch weniger vertraute Mitschüler über uns dachten und welche Eigenschaften an uns unerwartet geschätzt wurden.
Nachmittags hatten wir ebenfalls viel Spaß bei der Erkundung des Schulgeländes und der Bewältigung einiger gemeinschaftlicher Aufgaben. Nach dem Abendessen erhielten wir eine weitere: Wir hatten die Möglichkeit, eine Art Zeitung über uns selbst zu gestalten und stellten diese danach in kleinen Gruppen vor. Dies erwies sich ebenfalls als sehr unterhaltsam. Den Abend verbrachten wir wieder zusammen mit Diskussionen, Gesprächen und in einer angeregten kleinen Runde, in der wir auch die Ergebnisse der letzten zwei Tage reflektierten. Der letzte Tag kam schneller als erwartet. Die letzte Einheit verbrachten wir mit einigen von uns gewünschten Gruppenspielen, einer anonyme Bewertung der Fahrt und dem Verfassen eines Briefs an uns selbst, der uns- das versicherten die Teamerinnen- ein Jahr später zugeschickt würde, um uns an diese Erfahrung zu erinnern und uns unsere damaligen Wünsche und Ziele in Erinnerung zu rufen. Außerdem absolvierten wir vor der Abreise eine letzte Gruppenaufgabe: Jedem wurde ein Blatt Papier am Rücken befestigt, sodass jede Person ein Kompliment oder eine positive Bemerkung hinterlassen konnte. So nahmen wir, durch die motivierenden Zusprüche der anderen gestärkt, ein Stück Aufmunterung mit nach Hause. Abschließend kann ich nur sagen, dass die Tage Religiöser Orientierung eine einmalige Erfahrung waren, die das Selbstbewusstsein und den Zusammenhalt in dem Umfeld, in dem wir die nächsten Jahre bestreiten werden, gestärkt und bestätigt haben.
Ich sehe in dieser motivierenden und bestärkenden Erfahrung, in der man den Mitschülern auf eine ganz neue Weise begegnet ist, die Bestätigung dafür, dass wir als Stufe einen Anfang gemacht haben. Einen Anfang nicht nur für die gemeinsame Bewältigung unseres gemeinsamen Ziels, sondern auch einen Anfang für das, was einer der wichtigsten Aspekte in einem von einem Platz in der Gesellschaft geprägten Leben darstellt: Zusammenhalt.
Autorin: Fiona Kramer

So waren die TrO in Burlo, Kloster Mariengarden, Jungengruppe:
Liebe Leserinnen und Leser!
Als wir am 12. September 2018 vormittags am Kloster Mariengarden in Burlo eintrafen, erwarteten uns bereits fünf Teamerinnen, die uns durch die kommenden Tage religiöser Orientierung leiten sollten.
Zunächst teilten uns die Teamerinnen mithilfe eines Spiels in zwei Gruppen ein. Danach standen Zimmeraufteilung und das Einrichten derselben auf dem Programm. Als das erledigt war, trafen wir uns in unseren Gruppen mit den jeweiligen Teamerinnen zu einer kurzen Kennenlernrunde. Nach geraumer Zeit durften wir unsere Themen für die anstehenden drei Tage bestimmen, was gar nicht so einfach war, da es Unstimmigkeiten gab. In meiner Gruppe beschlossen wir, zwei der vorgeschlagenen Themen zu vereinen, wodurch unser Thema „Liebe, Drogen und Sucht“ entstand.
Neben dem Programm am Morgen, Nachmittag und Abend hatten wir natürlich auch Freizeit, die wir z.B. dazu nutzten, um einkaufen zu gehen oder Sport zu machen. Außerdem wurden wir in der klostereigenen Mensa immer gut mit Essen und Trinken versorgt.
Abends galt ab 22.30 Uhr Nachtruhe, die wir leider nicht immer ganz so einhielten, wie wir eigentlich sollten.
Alles in allem waren die Tage religiöser Orientierung für die Mehrheit eine gute Abwechslung zum normalen Schulalltag.
Autor: Lukas Rensing